Deutsch-Israelischer Freiwilligendienst

Die Bundesrepublik Deutschland und der Staat Israel stehen in einem einzigartigen Verhältnis, das durch eine besondere, geschichtlich bedingte Verantwortung geprägt ist. Am 12. Mai 2015 jährte sich die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel zum fünfzigsten Mal. Zur Fortentwicklung und weiteren Vertiefung dieser Partnerschaft wurde der Deutsch-Israelische Freiwilligendienst ins Leben gerufen, um Israelis und Deutsche im Alter zwischen 18 und 27 Jahren in pflegerischen, sozialen, ökologischen, kulturellen und sportlichen Institutionen des Partnerlandes tätig werden zu lassen. Dieser Dienst ist eine Kooperation des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und des Israelischen Ministeriums für Wohlfahrt und Soziales. Er wurde durch Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig am 11. Mai 2015 in Anwesenheit des Bundespräsidenten Joachim Gauck und des israelischen Staatspräsidenten Reuven Rivlin offiziell vorgestellt und bekannt gegeben.

Was ist das Ziel des DIFD?

Ziel der Etablierung des Deutsch-Israelischen Freiwilligendienstes ist die Ergänzung der langjährigen diplomatischen Partnerschaft der beiden Länder durch eine weiterführende Annäherung auf zivilgesellschaftlicher Ebene. Die Verbesserung der gegenseitigen Kenntnisse über das Leben in den Partnerländern, die Erfahrung und der Austausch sollen ein realistisches Bild voneinander, sowie Verständnis und Toleranz fördern und ein klares Bekenntnis gegen Rassismus und Antisemitismus sein. Die Stereotype, die über die jeweilig andere Gesellschaft existieren, können über Annäherung und persönliche Begegnungen am schnellsten aufgebrochen werden. Aus diesem Grund ist der Deutsch-Israelische Freiwilligendienst für junge Menschen aller Glaubensrichtungen offen.

Der Freiwilligeneinsatz wird ganztägig (38 – 40 Wochenstunden) als sozialpraktische Hilfstätigkeit in gemeinwohlorientierten Einrichtungen geleistet.
Die Freiwilligen sollen keine Arbeitsplätze ersetzen, sondern stellen ein zusätzliches Angebot dar. Die Aufenthaltsdauer der Freiwilligen wird sich auf sechs bis zwölf Monate belaufen

 

Für wen ist der Deutsch-Israelische Freiwilligendienst offen?

Der Deutsch-Israelische Freiwilligendienst unterteilt sich in die Incoming-Komponente für israelische Freiwillige in Deutschland und die Outgoing-Komponente für deutsche Freiwillige in Israel. In beiden Fällen müssen die Freiwilligen mindestens 18 Jahre alt sein und ihre Schulausbildung abgeschlossen haben. Der Freiwilligendienst für Israelis in Deutschland kann den israelischen Zivil- und Militärdienst nicht ersetzen, weshalb viele Freiwillige sich erst nach Ableistung ihres Pflichtdienstes im Heimatland bewerben.

 

Was ist die Aufgabe der ZWST?

In Bezug auf den Einsatz israelischer Freiwilliger in Deutschland kann die ZWST auf langjährige Erfahrung zurückgreifen. Über das „LeHaWa“-Projekt unterstützten junge israelische Freiwillige jüdische Gemeinden in der pädagogischen und religiösen Arbeit. Im Rahmen des Deutsch-Israelischen Freiwilligendienstes soll dieses Angebot nicht mehr nur auf ein religiöses Feld begrenzt sein. Die ZWST ist für die pädagogische Begleitung der Freiwilligen und die Seminare verantwortlich, die den Freiwilligendienst pädagogisch ergänzen. Gleichzeitig agiert die ZWST als Zentralstelle im Rahmen des regulären Bundesfreiwilligendienstes.